Die GFGF e.V. wurde in den späten 70er Jahren gegründet. Damals waren Informationen nicht so leicht verfügbar wie heute. Das Internet gab es noch nicht und Dokumente wurden hauptsächlich auf Flohmärkten und in Antiquariaten gehandelt. Zwar hatte jeder einzelne Sammler einige Schätzchen aus dem Bereich der Literatur, es existierte aber keine Übersicht, welche funkhistorische Literatur überhaupt erschienen oder noch vorhanden war.
In den frühen Heften der Zeitschrift Funkgeschichte veröffentlichte unser Vereinsgründer Karl Neumann (Bild) Listen von Autoren und Buchtiteln und begründete in seinem heimischen Bereich das „Funkhistorische Archiv Gruiten“.

Bis 1990 betrieb er dies privat und half Sammlerkollegen mit Informationen. 1991 stand der Verein vor der Entscheidung, eine größere Sammlung sehr seltener Dokumente von Erben anzukaufen oder diese dem Verfall anheim zu geben. Der Vorstand unter Vorsitz von Otto Künzel entschied sich für einen Ankauf, womit die Idee eines vereinseigenen Archivs Gestalt gewann.

Ein GFGF-Mitglied aus Ramsen stellte seine Arbeitskraft und seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Bis 2005 mehrte er durch jährliche Ankäufe und fleißiges Sammeln von Informationen das Archiv. Ein Ergebnis war in den späten 90er Jahren eine Artikelreihe über Empfänger, die in den Jahren 1939 bis 1945 in Deutschland hergestellt wurden. Das war erstmals eine systematische Betrachtung dieser Thematik.

2005 starb dieses Mitglied und die GFGF brauchte eine neue Heimat für die mittlerweile umfangreichen Bestände. Die schiere Menge an Material war im Privatbereich kaum noch unterzubringen und die Nutzung war selbst für Vereinsmitglieder nicht problemlos.

Darum erarbeitete der Vorstand eine neue Konzeption. Das Archiv sollte in Räumlichkeiten untergebracht werden, die vom Verein angemietet und mit Technik ausgerüstet werden, die auch Dritten den einfachen Zugang gestattet. Wegen sehr günstiger Mietpreise wurde das Archiv im sächsischen Städtchen Hainichen untergebracht.

Karl Neumann

Das funkhistorische Archiv der GFGF bewahrt Dokumente aus allen Bereichen der drahtlosen und drahtgebundenen Kommunikation. Seine Fläche umfasst heute etwa 200 m².

Das Archiv steht jedem funkhistorisch Interessierten zur unkomplizierten Nutzung offen. Die Nutzung des Archivs ist in der Nutzerordnung festgelegt. Vor einem Besuch sollten Sie sich mit den Verantwortlichen des Archivs absprechen. Den Inhalt des Archivs können Sie aus den Inhaltsverzeichnissen am Ende dieser Seite (im PDF-Format) entnehmen.

 

Per E-Mail erreichen Sie das Archiv unter: archiv@gfgf.org

Archiv der GFGF in Hainichen

Im Folgenden werden einzelne Bereiche des Archives vorgestellt.

Bücher

Auf etwas über 30m² befinden sich aktuell 5500 Bücher, welche aus Gründen der schnellen Suche nach dem Nachname des Autors sortiert sind. Die Inhalte lassen sich über eine Datenbank erschließen, die auf dem PC im Raum installiert ist. Zum einfacheren Erfassen der Inhalte von Büchern befindet sich hier auch eine Dokumentenkamera. Die Bücher widmen sich allen funkhistorischen Themen, egal ob es sich um Bauteile, Geräte oder geschichtliche Zusammenhänge handelt. Der Anteil englischsprachiger Bücher liegt bei etwa 10 Prozent. Über die Suchfunktion zum Archiv oder über den Literaturfinder der Domain radiomuseum.org lassen sich gleichfalls Inhalte auffinden.

Zeitschriften

Auch auf etwa 30m², verteilt auf zwei verbundene Räume befinden sich unsere Zeitschriften. Mit den digital vorhandenen Zeitschriften (meist englischsprachig oder aus den letzten 20 Jahren) kann eine Recherche in etwas über 3300 Zeitschriftenjahrgängen erfolgen. Das Spektrum geht dabei von der "Elektrotechnischen Zeitschrift" von 1902 bis zum nun letzten Jahrgang der Zeitschrift "RFE" aus dem Jahr 2020. Grundlegende Zeitschriften wie Funkamateur, Radio-Mentor, RFE, Funktechnik oder Funkschau sind analog und digital vorhanden. Wichtige Bestandteile der Räume sind ferner Zeitschriften von Firmen wie Telefunken, Siemens, Grundig, Philips und andere sowie die klassischen Programmzeitschriften zu Rundfunk und Fernsehen beginnend in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auch hier sind die Bestände über einen PC im Raum erschließbar.

Firmenschriften

Ein kleinerer Raum mit ca. 16m² ist die Heimat von Entwicklungsberichten der Firma "Telefunken" und dem "WF-Berlin". Dazu kommen Bauunterlagen zu Berliner und bayrischen Sendeanlagen, die Blaubücher des DDR-Rundfunks und etwas über 1000 verschiedene Kataloge von 1924 bis ins Heute. In diesem Raum bewahren wir auch Tausende von Fotos und die gesamte auf Mikrofiche gebannte Publikation der Hamburger "Valvo" auf.

Im nächsten Raum, den Sie sich mit dem virtuellen Rundgang erschließen können, sind verschiedene Unterlagen und Medien untergebracht. Jede Menge Ordner beinhalten die Werbung der verschiedenen Hersteller aus den Jahren 1924 bis ca. 2010. Zwischen Monitor und Fernsehbildschirm befinden sich Unterlagen zu militärischer und kommerzieller Technik. Ebenso können Sie hier den Service und die Informationen zur Fertigung in der DDR anschauen, die Feinheiten österreichischer Produktion erkennen oder in gut 2000 Bedienanleitungen zu Geräten stöbern.

 

Im Erdgeschoß des Gebäudes befinden sich weitere Räumlichkeiten, unter Anderem für Besprechungen, unsere gut 40.000 Serviceunterlagen zu hergestellten Geräten und perspektivisch ein Raum für die Durchführung von Schulungen etc.

 

Die Freie Presse Sachsen berichtete am 13. 12. 2011 über das Archiv der GFGF.

Virtueller Rundgang: